Lage der Kantone in Togo

 

 

Häuptling Akata

Kurzbeschreibung Adjengré

Der Kanton  Adjengré liegt etwa in der Mitte Togos an der einzig befestigten Straße, die von Lomé nach Burkina Faso im Norden führt. Adjengré  gehört zur Préfecture Sotouboua. Die Größe beträgt etwa 1000 km².
Die wichtigsten Dörfer des  Kantons sind: Adjengré, Akonta, Bonfoulèm, Dalanda, Kassikandé, Kpandjéria, Komsadé, Landa-Mono, Laoudé, Miamgoulam, Ndjafézi, Sessaro, Tabindé, Timbio, Tessama, Titgbé u.a.

Der Kanton Adjengré wurde  1928 durch die französische Mandatsverwaltung gegründet.  Auch in dieses Gebiet  wurden Stammesangehörige der  Kabiyé  aus der Region Kara im Norden des Landes  umgesiedelt.  Inzwischen leben die Kabiyé  friedlich mit den Stämmen Kotokoli, Losso u.a. zusammen.   Obwohl die Amtssprache Französisch ist, werden weiterhin die verschiedenen Stammessprachen gesprochen.  Die wichtigste Sprache ist Éwé, sie wird von den meisten Menschen verstanden.
Die Volkszählung  aus dem Jahr 1981 ergab  21.578 Einwohner für den Kanton. Die tatsächlichen Zahlen dürften allerdings erheblich höher sein.  Anlässlich der Wahlen 2013 gab es eine erneute Zählung. Daher werden verlässliche Zahlen wahrscheinlich erst 2014 vorliegen. Wie in ganz Togo sind auch in Adjengré  etwa 60 % der Bevölkerung unter 20 Jahre alt. Nach den derzeitigen Statistiken liegt die mittlere Lebenserwartung der Bevölkerung bei etwa 55 Jahren.

Der Kanton ist fast ausschließlich landwirtschaftlich geprägt. Die Menschen ernähren sich von ihren selbst angebauten landwirtschaftlichen Produkten. Im Wesentlichen sind das Hirse, Mais, Reis, Erdnüsse, Baumwolle, Bohnen, Maniok, Jams.  Nebenher werden in den Dörfern Hühner, Schafe, Ziegen und Rinder gehalten. Sofern die Ernten gut genug sind, wird mit diesen landwirtschaftlichen Produkten auf den Märkten gehandelt. Die Märkte sind die Lebensadern auf dem Land.  Im Hauptdorf Adjengré, an der großen Straße,  gibt es neben dem großen Markt  auch kleine Handwerksbetriebe wie Schreinereien, Schneiderwerkstätten,  Autoreparatur-Werkstätten,   Gaststätten  und diverse kleinere Läden.  Hier gibt es auch Elektrizität und eine zentrale Wasserleitung. Aber nur die wenigsten können sich diesen Luxus erlauben.
In Togo gibt es eine Schulpflicht, aber nur der Besuch der Grundschule ist kostenfrei. Da jedoch die meisten Familien kein Geld haben, um  Schulmaterial und die Schuluniform zu kaufen, gibt es weiterhin viele Analphabeten.  Im Dorf Adjengré gibt es ein Gymnasium und eine Realschule, weiterhin einige Grundschulen in den außen liegenden Dörfern.
In Adjengré  selbst gibt es seit 2013 eine neue zentrale Kranken- und Entbindungsstation.  Diese Station wurde von einer muslimischen Hilfsorganisation finanziert und gebaut.  Bei unserem Besuch  2013 war diese neue Station allerdings nicht an Elektrizität oder eine Wasserversorgung angeschlossen. Die Station ist auch nicht mit Fahrzeugen erreichbar.  Das Gesundheitswesen ist in den außenliegenden Dörfern ähnlich ausgebildet wie in Aouda.  In den Dörfern geht man auch heute noch oft  zunächst zum traditionellen Heiler, welcher versucht mit Heilkräutern, aber auch mit Voodoozauber,  die Krankheit zu heilen.  Das nächste echte Krankenhaus gibt es  im 15  km entfernten Sotouboua.  Hier versuchen ein Chirurg und ein Allgemeinmediziner vielen Hunderten von Menschen aus der ganzen Region bei schweren Krankheiten zu helfen. 

Der traditionelle Häuptling (Chef de Canton ) ist  ATCHOZOU, Akata Atchaa .  Er untersteht der Präfektur in Sotouboua.

Stand 2013, Quellen:   Wikipedia, Handbuch Deutschland –Togo/ Heft 12 von Prof. Volker Lohse. Die Beschreibungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und beruhen auch auf eigenen Erfahrungen aus  Reisen zwischen 2001-2013.Region.