Brunnenbesichtigung 2013

 

Brunnen in Agengre'

 

 

Häupling Badabou zeigt uns einen Brunnen.

 

 

Brunneninspektion 2010

Wasserversorgung - Brunnenbau

Eines der ersten und bis heute auch noch eines der wichtigsten Projekte ist die Versorgung der Menschen mit sauberem Trinkwasser. Oftmals gibt es in den Dörfern nur Brunnen, die wegen geringer Tiefe  eine schlechte Wasserqualität liefern oder auch während der Trockenzeit kein Wasser führen. Die Frauen und Kinder müssen dann weite Wege zurücklegen, um Wasser zu bekommen. Oftmals wird das Wasser aus Flüssen oder Tümpeln geholt. Insbesondere bei unseren ersten Reisen konnten wir kaum glauben, dass das vorhandene Wasser als Trinkwasser genutzt werden muss. Sauberes Trinkwasser ist einer der wichtigsten Schlüssel, um die Infektionsgefahr für Kinder und Erwachsene zu reduzieren.

Die Häuptlinge und die Dorfältesten baten uns dringend, beim Brunnenbau und der Wasserversorgung zu helfen. Von einem funktionierenden Brunnen profitieren sehr viele Menschen im weiten Umkreis dieses Brunnens. Inzwischen konnten mit unserer Unterstützung 55 Brunnen gebaut werden. Ein Brunnen kostet je nach Tiefe und Erreichbarkeit etwa 1000-2500 €. Das mag zunächst viel erscheinen, es ist aber unbedingt notwendig, dass Brunnen eine gewisse Mindesttiefe haben. Nur so liefern sie stets qualitativ einwandfreies Wasser. Brunnen werden von erfahrenen Brunnenbauern erstellt. Die in der Vergangenheit von anderen Organisationen erstellten Bohrlöcher mit aufgesetzten mechanischen Pumpen, wie sie bei uns durchaus üblich sind, sind inzwischen alle außer Betrieb, da schon nach kurzer Zeit die Pumpen versagten. Einfachste Ersatzteile wie Dichtungsringe oder mechanische Ersatzteile sind nicht zu bekommen. Nachdem uns davon berichtet wurde und wir uns auch solche Bohrlöcher angesehen haben, werden mit unserer Hilfe nur altherkömmliche Brunnen mit einem Seil und Eimern aus Ziegenleder gebaut. Diese Brunnen sind kaum störanfällig. Die Dorfgemeinschaften haben sich dazu verpflichtet, ein Brunnenkomitee zu gründen, welches für die Pflege und die richtige Benutzung zuständig ist. Alle neuen Brunnen haben inzwischen auch einen abschließbaren Deckel. Bei jeder unserer Reisen haben wir uns einige der geförderten Brunnen angesehen und konnten uns von der Nachhaltigkeit dieser Hilfe überzeugen.

In den großen Hauptdörfern Aouda und Adjengré  gibt es inzwischen eine zentrale Wasserversorgung mit entsprechenden Zapfstellen. Dieses System kann aber nur von wenigen Menschen genutzt werden, da es an Geld fehlt, das Wasser zu bezahlen. Die Brunnenbauprojekte, die vom Togo-Förderverein unterstützt werden, liegen alle in den abgelegenen Dörfern weit abseits dieser Wasserversorgung. Viele Einzelspenden sind ausschließlich für den Brunnenbau vorgesehen.