Brunnenbesichtigung in Agengre'

 

Schwester Delphine
Schwester Delphin im Waisenhaus Aouda

 

 

Fraueninitative in Aouda

 

Nähstube in Agengre'

 

 

Besuch im Waisenhaus

Vereinsgeschichte

Wieso Togo ?

Anlass für das Engagement Rheda-Wiedenbrücks in der kommunalen Entwicklungshilfe gab eine Aktion "Dritte Welt" der evangelischen und katholischen Kirchen der Stadt.

Der Rat der Stadt beschloss im Dezember 1975 nach Verabschiedung des Haushaltsplanes 1976 an eine noch zu bestimmende hilfsbedürftige Gemeinde in der "Dritten Welt" 3.000 DM zu überweisen.

Bei der Suche nach einer hilfsbedürftigen Gemeinde half der Rheda-Wiedenbrücker Agraringenieur in der Entwicklungshilfe tätige Johann-Heinrich Brüning. Der Landwirtschaftsexperte arbeitete seit 1973 im Canton Adjengré im Auftrag von "Miserior" an der Förderung des Genossenschaftswesens der dort lebenden Bauern. Zuvor war er zehn Jahre als Entwicklungshelfer in Madagaskar tätig.

Der Entwicklungshelfer Brüning empfahl die Unterstützung von verschiedenen Projekten in Aouda, einem Nachbaramt von Adjengré. Der Grund, weshalb der Experte Aouda und nicht Adjengré vorgeschlagen hatte, war der dortige Häuptling Yélébidjo Samke Badabou, eine aktive und integre Presönlichkeit, die eine korrekte Verwendung der Hilfsgelder garantierte. Schon sein Großvater war bei der Gründung des Dorfes durch die deutsche Kolonialverwaltung 1909 von dem Gouverneur Julius Graf von Zech auf Neuhofen zum Amtschef ernannt worden. Der damalige Chef von Adjengré war schon mehrere Jahre krank, der Canton spürbar ohne Führung und in mehrere rivalisierende Gruppen zerstritten. Ein neuer Chef kann von den Einwohnern nur gewählt werden, wenn der bisherige Amtsinhaber gestorben oder nach schweren Verfehlungen vom Präsidenten seines Amtes enthoben ist. Für einen neuen Kandidaten ist die Zugehörigkeit zu einer angesehenen Familie notwendige Voraussetzung für seine Wählbarkeit. Im September 1976 beschloss der Rat der Stadt, die bereit gestellten Mittel von 3.000 DM dem Canton Aouda zu überweisen. Darüber hinaus bekundete er die Absicht, auch in den kommenden Jahren finanzielle Unterstützung in dieser Größenordnung zu gewähren und Kontakte zu Aouda auszubauen.

Der jetzige Amtsinhaber Atchozou Akata, der 1984 nach dem Tod des bisherigen Chefs in Adjengré gewählt wurde, konnte die Differenzen in dem Canton beenden und mehrere Projekte zur Verbesserung der Lebensumstände in Angriff nehmen. Atochozou Akata hat sich 1986 an die Stadt Rheda-Wiedenbrück mit der Bitte gewandt, auch mit Adjengré ein freundschaftliches unterstützendes Verhältnis aufzubauen.

Der Rat der Stadt hat am 10.11.1986 dieser Bitte entsprochen und beschlossen, auch Adjengré jährlich 3.000 DM zu überweisen.

Heute werden beide Cantone von der Stadt Rheda-Wiedenbrück zusammen jährlich mit 5.000 Euro unterstützt.

So hat seit 1986 die Schülerschaft des Ems-Berufskollegs in Rheda-Wiedenbrück mit einer Realschule in Aouda eine Partnerschaft aufgebaut. Zur Unterstützung dieser Schule werden jährlich zur Weihnachtszeit beträchtliche Gelder gesammelt.

 Die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Bielefeld hat in den Jahren 1986, 1992 und 1999 unter Leitung von Prof. Dr. Volker Lohse im Rahmen von Studienprojekten Togo besucht. Auf diesen Reisen konnten die mit der finanziellen Hilfe der Stadt realisierten Projekte in kritischen Augenschein genommen werden.

Im Jahre 1999 hat erstmals als offizieller Vertreter der Stadt der damalige Stadtdirektor Helmut Löhner zusammen mit seinem damaligen Pressesprecher Fritz-Wilhelm Held auf einer Privatreise unter Leitung von Prof. Dr. Volker Lohse die beiden Cantone in Togo besucht, um sich über die Wirkung städt. Hilfen in dem Entwicklungsland zu informieren. Beeindruckt von den Zuständen in Togo begann Herr Löhner nach dieser Reise auf privater Ebene weitere Spendengelder für die Menschen in Togo zu sammeln.

Schon auf einer weiteren Informationsreise nach Aouda und Adjengré im Jahre 2001 konnten Stadtdirektor a.D. Helmut Löhner und der Vorsitzende des Gewerbevereins Wiedenbrück, Heinz Dieter Brökelmann, Geldspenden von beträchtlichem Umfang übergeben.  Auf dieser Reise überzeugten sich die Reiseteilnehmer vor Ort, wie mit wenigen Geldmitteln die notleidende Bevölkerung des unterentwickelten Landes wirkungsvoll unterstützt werden kann. Kleine Hilfsprojekte sind oft genau so wirkungsvoll wie große Hilfsprogramme riesiger Organisationen. Es kann viel Not gelindert und aktive Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden.

Vor diesem Hintergrund  und der erlebten Not der Menschen in Togo haben die Beteiligten der Informationsreise 2001 am 18. Juni 2001 den Togo-Förderverein Rheda-Wiedenbrück e.V. aus der Taufe gehoben, um die bisherigen Aktivitäten zu ergänzen und zu intensivieren.

Seit dieser Zeit konnten in Aouda und Agengre‘ viele konkrete Hilfsprojekte verwirklicht werden.